Lebensläufe

Das Bawandi Trio vereint drei renommierte Musiker – Mario Häring (Klavier), Alexandre Castro-Balbi (Cello) und Patrick Hollich (Klarinette) – mit einer gemeinsamen Vision: die Wiederentdeckung und Neuinterpretation vergessener Schätze der romantischen Kammermusik.

Für das erste gemeinsame Projekt legte das Ensemble besonderen Fokus auf die Werke von Robert Kahn und Vincent d’Indy – zwei Komponisten, die zu Lebzeiten hochgeschätzt waren, aber im Lauf der Geschichte in den Hintergrund traten. Während Kahn als jüdischer Musiker ins Exil gezwungen wurde, prägte d’Indy die französische Musikszene als Nachfolger César Francks an der Société Nationale de Musique. Trotz unterschiedlicher Biografien verbindet sie eine musikalische Tiefe, die es verdient, aus einem neuen Blickwinkel gehört zu werden.

Mit seinen sensiblen, dynamisch fließenden Interpretationen hat sich das Bawandi Trio rasch einen Namen gemacht. Ihre Konzerte und Aufnahmen werden für ihre klangliche Flexibilität, kammermusikalische Feinheit und präzise Ausdruckskraft gelobt. Bereits 2024 wurde das Trio für seine herausragenden Beiträge zur Kammermusik für die International Classical Music Awards nominiert.

Patrick Hollich, Klarinette

Patrick Alexander Hollich entdeckte schon früh seine Liebe für die Musik. 1994 begann er vierjährig mit Klavierunterricht am Konservatorium in Karlsruhe bei Frau Jahnke. Von 1998 bis 2010 nahm er Schlagzeugunterricht bei Herrn Riemer an der Musikschule Baden-Baden. Klarinette lernte er bei seinem Vater Prof. Anton Hollich, gefolgt von einem Studium an der Musikhochschule in Stuttgart bei Prof. Norbert Kaiser. Er belegte zahlreiche Meisterkurse.

Innerhalb von sieben Jahren erlangte Patrick Alexander Hollich mehrere erste Bundespreise im Wettbewerb „Jugend Musiziert“ in Solo, Duo und Kammermusik, 2009 zudem den ersten Preis im Internationalen Lions-Club-Wettbewerb. Drei Jahre darauf gewann er einen Förderpreis beim Deutschen Musikhochschulwettbewerb in Düsseldorf mit dem Dezett-Ensemble der Musikhochschule Stuttgart. Patrick Alexander Hollich ist Preisträger des internationalen Musikwettbewerbs in Markneukirchen (2014).

Zu seinen solistischen Erfahrungen zählen Auftritte als Solist mit dem Lehrerorchester Freiburg, dem Sinfonieorchester Ludwigsburg, der Philharmonie Baden-Baden und dem Rundfunkorchester Bukarest. Orchestererfahrungen sammelte er zunächst im Bundesjugendorchester und im Landesjugendorchester sowie seit 2013 bei diversen Gastengagements als Solo-Klarinettist in der Badischen Philharmonie Pforzheim, der Philharmonie Baden Baden, im Sinfonieorchester Wuppertal, beim Museumsorchester Frankfurt und dem hr-Sinfonieorchester.

Patrick Alexander Hollich ist Solo-Klarinettist der Hamburgischen Staatsoper.

Alexandre Castro-Balbi, Cello

Alexandre Castro-Balbi, geboren 1991 in Besançon (Frankreich), wuchs in einer musikalischen Familie lateinamerikanischen Ursprungs auf. Im Alter von sieben Jahren erhielt er seinen ersten Cellounterricht bei György Adam am Conservatoire de Besançon, wo er 2004 das Diplôme d’Études Musicales ablegte. Im folgenden Jahr setzte er sein Studium bei Marc Coppey am Conservatoire de Paris fort. Ab 2006 studierte er am Conservatoire Supérieur de Paris (CNSM) bei Philippe Muller. Nach einem Semester im Rahmen des ERASMUS-Austauschprogramms an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Claudio Bohorquez ging er für ein weiteres Semester zu Clemens Hagen ans Mozarteum Salzburg. Von 2012 bis 2015 studierte Alexandre Casro-Balbi bei Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Zudem nahm er an zahlreichen Meisterkursen teil, u.a. bei Steven Isserlis, Laszlö Fenyö, Lluis Claret, Sadao Harada, Peter Bruns, Raphael Pidoux und Xavier Gagnepain.

Alexandre Castro-Balbi gewann mehrere internationale Preise, darunter den zweiten Preis und den Sonderpreis beim »Carlos Prieto Wettbewerb« in Morelia (Mexiko) und den zweiten Preis beim »Prince of Asturias Villa de Llanes Wettbewerb« in Spanien. Beim Schubert-Wettbewerb in Graz (Österreich) wurde ihm mit seinem Klaviertrio »Suyana« der zweite Preis (als einziger Preis) und der Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werks verliehen. Als 19jähriger war er 2010 Halbfinalist des ARD-Musikwettbewerbs in München. Alexandre Castro-Balbi ist Stipendiat der YamahaEurope Foundation, der Villecroze Foundation und der Stiftung für junge Musiker in Besançon.

Er spielte auf zahlreichen Festivals wie dem »Festival internacional de cello«, Lima (Peru), dem »Festival Prince of Asturias« (Spain), dem Festival »Music in the Mountains of Colorado« (USA), dem »Festival international de musique de Besançon«, bei Villa Musica sowie beim SWR. Als Solist konzertierte er mit den Jenaer Philharmonikern,  den Brandenburger Symphonikern, dem Münchener Kammerorchester, dem Orchestre du Conservatoire National Supérieur de Paris, dem Budapester Kammerorchester, dem Landesjugendorchester Peru, dem Sinfonieorchester Panama und dem Philharmonischen Orchester Besançon. Er spielte unter namhaften Dirigenten, wie Seiji Ozawa, Myung-Whun Chung, Peter Csaba und Zsolt Nagy in Sälen wie der Berliner Philharmonie, der Salle Pleyel, im Theatre des Champs Elysées, in der Victoria Hall Genf, im Teatro Nacional Madrid, in der Münchener Philharmonie, im Musikverein Graz und im Solitär Salzburg.

Zu seinen Kammermusikpartnern zählen Markus Groh, Natasha Prischipenko, Christophe Giovaninetti, Svetlin Roussev, Diana Ligeti, Mayu Kishima, Marc Bouchkov, Marie Chilemme, Adrien Boisseau, Regis Vincent, Lena Semenova, Guillaume Chilemme, David Castro-Balbi und Thibaud Epp.

Seit Juni 2015 ist Alexandre Castro-Balbi Solocellist der Staatskapelle Weimar.

Mario Häring, Klavier

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Mario Häring 2018 mit dem Gewinn des 2. Preises bei der Leeds International Piano Competition. Dort wurde ihm zudem der Yaltah Menuhin Award für die beste kammermusikalische Darbietung im Semifinale verliehen.

Sein Orchesterdebüt gab Häring bereits 2003 in der Berliner Philharmonie. Seitdem gastiert er in Konzertsälen wie dem Konzerthaus Berlin, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Wiener Konzerthaus, der Wigmore Hall London, dem Théâtre des Champs-Élysées und der Suntory Hall in Tokio. Als Solist konzertierte er mit dem Orchestre de Chambre de Paris, den Nürnberger Symphonikern, dem Osaka Symphony Orchestra und dem Nagoya Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Alexander Lazarev, Edward Gardner, Lars Vogt, Kahchun Wong und Ari Rasilainen. Zu seinen Festivalauftritten zählen La Roque d’Anthéron, die Sommerlichen Musiktage Hitzacker, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und das Festival „Spannungen“ in Heimbach.

Die Kammermusik begleitet Mario Häring seit seiner Kindheit. Als Duo konzertiert er regelmäßig mit Sharon Kam, Valerie Fritz und Liv Migdal. Er ist Gründungsmitglied des Bawandi Trios mit dem Klarinettisten Patrick Hollich und dem Cellisten Alexandre Castro-Balbi sowie des Capybara Piano Quartets mit dem Geiger Shuichi Okada, dem Bratscher Takehiro Konoe und der Cellistin Minjoung Kim. Mit dem Capybara Piano Quartet gewann er 2023 als erstes Klavierquartett in der Geschichte des Wettbewerbs den 1. Preis der Osaka International Chamber Music Competition. Im Rahmen der ECHO-„Rising Stars“-Reihe konzertierte er mit dem Cellisten Kian Soltani, der Oboistin Cristina Gómez Godoy, der Bratschistin Sara Ferrández und der Cellistin Valerie Fritz in den bedeutendsten europäischen Konzerthäusern.

Für das gemeinsam mit der Geigerin Ragnhild Hemsing und dem Cellisten Benedict Klöckner eingespielte Album Røta erhielt er 2021 den Opus Klassik ausgezeichnet. 2025 wurde er gemeinsam mit der Geigerin Liv Migdal für das Album Beyond Horizons mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Auf seinem bei Berlin Classics erschienenen Album EXTASE erkundet er mit Werken von Debussy, Liszt, Connesson, Skrjabin, Cage, Rachmaninoff und Wagner die Emotionen eines imaginären Berliner Techno-Wochenendes. Zwischen Ekstase, Rausch und Intimität bewegt sich das Album durch musikalische Welten, die auf den ersten Blick kaum zusammengehören.

Mario Häring wurde 1989 in Hannover geboren und wuchs in Berlin auf. Aus einer deutsch-japanischen Musikerfamilie stammend, machte er bereits im Alter von drei Jahren erste Erfahrungen auf der Geige und am Klavier. Er studierte bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling und Prof. Lars Vogt an der HMTM Hannover und schloss sein Studium 2017 mit Bestnote ab.

Seit 2026 ist Mario Häring Professor für Klavier an der Hochschule für Künste Bremen.